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Weihnachten mit kleinen Kindern: Warum “Umarmungen und Küsschen” kein Muss sind

  • Autorenbild: Petra Kropp
    Petra Kropp
  • 21. Dez. 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Weihnachten ist ein Fest der Liebe, Familie und Verbundenheit – ein Zeitpunkt, an dem viele von uns Verwandte treffen, die sie das ganze Jahr über kaum sehen. Doch während diese Begegnungen für uns Erwachsene oft freudig und herzlich sind, erleben Kinder solche Treffen ganz anders. Für sie sind viele dieser Menschen Fremde – selbst, wenn es Onkel, Tanten oder Cousinen sind.


Kein Zwang zu Nähe: Kinder dürfen „Nein“ sagen


Es ist wichtig, die Gefühle und Grenzen von Kindern zu respektieren, insbesondere in der Weihnachtszeit, wenn körperliche Nähe wie Umarmungen und Küsschen schnell eingefordert werden. Für Kinder kann dies unangenehm, überfordernd oder sogar fast bedrohlich wirken.


Deshalb gilt: Kinder sollten nie gezwungen werden, körperliche Nähe zuzulassen, wenn sie sich dabei unwohl fühlen. Ein freundliches „Hallo“ oder ein Winken kann genauso herzlich sein wie eine Umarmung oder ein Kuss.

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Warum es wichtig ist, die Grenzen der Kinder zu wahren:


1. Kinder lernen, dass ihre Grenzen respektiert werden.

Wenn wir Kinder zwingen, jemanden zu umarmen, signalisieren wir ihnen, dass sie die Wünsche anderer über ihre eigenen Gefühle stellen müssen. Doch gerade im Kindesalter ist es wichtig, ein gesundes Verhältnis zu den eigenen Grenzen aufzubauen.


2. Respekt und Selbstbestimmung stehen im Mittelpunkt.

Kinder, die ihre körperliche Autonomie erleben dürfen, entwickeln ein gesundes Selbstbewusstsein und lernen, später klar „Nein“ zu sagen – eine Fähigkeit, die im Erwachsenenalter von unschätzbarem Wert ist.


3. Beziehungen bauen sich langsam auf.

Nähe entsteht durch Zeit, Vertrauen und gegenseitigen Respekt – nicht durch erzwungene Gesten. Es ist viel wertvoller, wenn ein Kind sich aus freien Stücken dazu entscheidet, Nähe zuzulassen.



Wie können Eltern mit solchen Situationen umgehen?


Wenn Verwandte auf eine Umarmung oder ein Küsschen bestehen, können Eltern vermitteln:


• Kindern die Wahl lassen: „Paul ist noch ein bisschen schüchtern. Möchtest du winken oder ‚Hallo‘ sagen?“

• Verwandte vorab informieren: Ein Gespräch im Vorfeld hilft, Erwartungen zu klären: „Paul ist gerade in einem Alter, in dem er nicht so gern umarmt wird. Bitte nimm es nicht persönlich.“

• Alternative Begrüßungsformen vorschlagen: High-Fives, Fist-Bumps oder einfach ein Lächeln sind großartige Alternativen, die Kinder weniger unter Druck setzen.


Ein Weihnachtsfest voller Verständnis


Weihnachten ist eine wunderbare Zeit, um einander mit Respekt und Liebe zu begegnen – und das gilt auch für den Umgang mit den Kleinsten. Indem wir die Gefühle und Grenzen unserer Kinder respektieren, schaffen wir eine Atmosphäre, in der sie sich sicher und geborgen fühlen.


Denn das schönste Geschenk, das wir unseren Kindern an Weihnachten machen können, ist das Gefühl, so akzeptiert und geliebt zu werden, wie sie sind – ohne Zwang, aber mit ganz viel Herz.


 
 
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